Zu welcher Tageszeit schreibst du am Liebsten und warum genau dann?

Montagsfrage für Autoren

Die „Montagsfrage für Autoren“ von Schreibwahnsinn – Nach einem Konzept von Paperthin

Zu welcher Tageszeit schreibst du am Liebsten und warum genau dann?
Ich schreibe am Liebsten ganz früh morgens. Zum einen bin ich da noch frisch und ausgeschlafen und zum anderen musste ich eine Zeit finden, das Schreiben in meinen Alltag zu integrieren. Da ich als Selbstständige bis in die Abendstunden arbeite, bin ich anschließend einfach zu kaputt, um danach noch zu schreiben. Mein Kopf ist dann wie leer gefegt. So gern ich die nächtliche Ruhe zum Schreiben nutzen würde, es klappt einfach nicht. 
Deshalb habe ich mir angewöhnt, im Normalfall etwas früher aufzustehen, und so meine Schreibzeit auf die frühen Morgenstunden zu verlegen. Toll dabei ist, dass ich meinen Arbeitstag mit dem guten Gewissen starten kann, bereits etwas für mein aktuelles Schreibprojekt getan zu haben. Wenn ich es morgens mal nicht geschafft habe zu schreiben, fühle ich mich den ganzen Tag schlecht und denke über freie Lücken nach, in denen ich schreiben kann. Die Realität sieht dann leider oft so aus, dass es keine Lücken gibt.
Hin und wieder liebe ich auch die Abwechslung in meinem Schreiballtag. Am Wochenende oder an freien Tagen schreibe ich gern am späten Nachmittag. Dann sind die Hausarbeit und die Büroarbeit erledigt, nichts an Pflichten drückt mehr und ich kann mich ganz entspannt an meinen Text setzen und dabei eine Tasse Kaffee oder Tee genießen.
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Warum brauche ich Testleser?

Nach langer Zeit möchte ich heute wieder vom Stand meines Romanprojektes berichten. Seit ich die fantastischen vier Buchstaben E N D E unter die Rohfassung gesetzt habe, ist eine Menge passiert. Zunächst einmal habe ich den Text ein paar Wochen ruhen lassen. Das ist wichtig, um Abstand zum Geschriebenen zu bekommen. Direkt nach Fertigstellung der ersten Fassung ist noch alles ganz frisch und bei der Überarbeitung kann es schwierig werden zu unterscheiden, ob wichtige Informationen wirklich auch auf dem Papier stehen, oder sich nur im Kopf des Autors befinden. Wenn man einen Roman schreibt, hat man logischerweise die komplette Story im Kopf, kennt alle Figuren in und auswendig, weiß zu jeder Zeit, welche Hintergründe sich hinter den einzelnen Szenen verbergen. Aber hat man das auch alles so aufgeschrieben, damit der Leser, der nicht in unseren Kopf schauen kann, der Geschichte folgen kann. Bekommt der Leser tatsächlich einen richtigen Eindruck vom Charakter meiner Hauptfigur, erkennt er den Konflikt, versteht er die Zusammenhänge? Meine eigene Erfahrung hat gezeigt, dass es nicht immer so ist.

Diese Wartezeit habe ich dazu genutzt, mich mit meinem nächsten Projekt zu beschäftigen, Recherche, Themensammlung, aber auch Schreibratgeber und andere Romane gelesen, und ach ja, einen Brotjob habe ich ja auch noch. 😉
Nachdem ich mithilfe des Exposés einen guten Überblick über meine Romanhandlung hatte, ging es mit neuem Elan an die Überarbeitung.

Mein erster wichtiger Überarbeitungstipp für euch: Lest euer Manuskript auf verschiedenen Medien.

Ich habe zuerst die Rohfassung in eine mobi-Datei umgewandelt, auf meinen Kindle geladen und den ganzen Roman so in einem Rutsch noch mal durchgelesen. Dabei habe ich alles, was mir beim Lesen aufgefallen ist (Rechtschreibung, Grammatik, Logikfehler, fehlende Informationen, unschöne Formulierungen) über die Kindle-Notizfunktion direkt im Dokument abgespeichert. Dieses erste Korrekturlesen sollte relativ zügig innerhalb eines kurzen Zeitraumes erfolgen. Wenn man mehrere Monate oder sogar über ein Jahr an einem Text schreibt, entwickelt man sich als Autor natürlich auch weiter, der Schreibstil verändert und verbessert sich hoffentlich, und auch die Erzählstimme im Roman kann variieren. Beim schnellen Durchlesen fallen Veränderungen in der Erzählstimme besonders stark auf, ich kann mir die Stellen kennzeichnen und dann während der nächsten Überarbeitungsdurchgänge eine einheitliche Erzählstimme erzeugen.
Für die nächsten Überarbeitungsdurchgänge habe ich mein Manuskript ausgedruckt, um nun Szene für Szene durchzugehen. Auf dem Papier hat man übrigens einen erfrischend anderen und neuen Blick auf seinen Text, was ich erst heute wieder bemerkt habe. Ich hatte zufällig meine erste Romanszene in der Hand und habe tatsächlich, nach 3 Überarbeitungsdurchgängen und fünf Testlesern noch einen Rechtschreibfehler entdeckt. 🙂

Und damit bin ich schon bei einem weiteren wichtigen Punkt innerhalb des Überarbeitungsprozesses. Die Testleser!

Bei aller Gründlichkeit und auch sieben bis acht Lesedurchgängen wird man dennoch den Roman niemals komplett aus Sicht des Lesers wahrnehmen können. Die emotionale Bindung an den eigenen Text ist zu groß, um einen objektiven Blick zu behalten. Mir fiel es auf jeden Fall sehr schwer, all mein angeeignetes Wissen rund ums Schreiben optimal auf mein Manuskript anzuwenden. Die einfachsten Fehler habe ich übersehen. Deshalb sind wir auch die Hilfe von Testlesern angewiesen, die unseren Text mit einem unverbrauchten Blick lesen und uns sagen können, an welchen Stellen die Handlung unlogisch ist, die Charaktere zu flach, der Schreibstil zu holprig oder wo sich zu viel Adjektive und Füllwörter tummeln. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Tanja, für ihre tolle Lektor-Arbeit, ihre Geduld und zahlreichen Ideen und Verbesserungsvorschläge. Auch ein großes Dankeschön an meine anderen Testleser. Euer Feedback gibt mir stets neuen Mut und bestärkt mich darin, weiterzumachen.
Und hier mein zweiter Tipp für euch: Werdet selbst zum Testleser!

Etwa zeitgleich mit mir beendete auch meine liebe Autorenkollegin, Lektorin und Freundin Tanja ihren ersten Roman, sodass ich parallel zur eigenen Überarbeitung auch ihr Manuskript gelesen und lektoriert habe. Dabei habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sein Wissen und angeeignetes Handwerkszeug rund ums Schreiben an einem fremden Text viel effizienter anwenden kann, als am eigenen. Mir fiel es wesentlich leichter überflüssige Adjektive, schwache Verben und Logikfehler in ihrem Text zu lokalisieren, als im eigenen. Und siehe da, diese wunderbare Übung mit einem fremden Roman führte letztendlich dazu, dass ich auch, zumindest teilweise, mit einem objektiveren Blick mein eigenes Manuskript überarbeiten konnte.

Deshalb kann ich nur jedem empfehlen, sucht euch andere Autoren, vielleicht innerhalb einer Schreibgruppe, mit denen ihr gegenseitig eure Texte lektorieren und testlesen könnt. Ein besseres Training für die eigenen Schreibfähigkeiten, gibt es meiner Meinung nach nicht.

Wer ist dein absoluter Lieblingscharakter aus deinen Schreibprojekten?

Montagsfrage für Autoren

Die „Montagsfrage für Autoren“ von Schreibwahnsinn – Nach einem Konzept von Paperthin

Wer ist dein absoluter Lieblingscharakter aus deinen Schreibprojekten?

Da ich an meinem ersten Roman arbeite, ist die Auswahl noch recht bescheiden. Irgendwie sind mir alle Figuren aus meinem Projekt sehr ans Herz gewachsen.  Das ist beim ersten Romanprojekt sicherlich auch völlig normal. 🙂

Deshalb möchte ich diese Montagsfrage dazu nutzen, euch die beiden wichtigsten Charaktere meines Romans kurz vorzustellen.

Da wäre zuerst der Schurke in meiner Geschichte.  Er heißt Robert und ist ein richtiger Sonnenschein. Immer gut gelaunt mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht wirkt er nach außen wie der perfekte Schwiegersohn. Dabei macht er auf sein Umfeld einen vertrauenswürdigen Eindruck.  Niemand würde ihm die kalte, skrupellose Seite, die in ihm steckt, zutrauen.  Vollkommen abgebrüht schreckt er vor nichts zurück und beseitigt alles und jeden, der ihm in den Weg kommt.

In ihm steckt aber auch ein kinderlieber Familienmensch, dessen größter Wunsch es ist, endlich zu heiraten und die perfekte Familie zu haben.

Roberts Widersacherin ist die Jurastudentin Konstanze.  Sie ist eigentlicht nicht der Typ für große Heldentaten, leidet sehr unter einem Trauma, das acht Jahr zurückliegt.  Doch ihr Sinne für Recht und Gerechtigkeit, sowie ihre Hartnäckigkeit und Neugierde führen schließlich dazu, dass sie Roberts Geheimnisse mehr und mehr aufdeckt und sich ihm letztendlich stellen muss, um eine weitere Katastrophe zu verhindern und ihre eigene Zukunft als angehende Staatsanwältin zu retten.

Ich möchte an keiner Stelle im Roman mit ihr tauschen. Sie muss ziemlich hart einstecken und weit an ihre Grenzen gehen, oft sogar darüber hinaus.

Ich bin stolz auf Konstanze, wie sie die Hürden und Steine, die ich ihr in den Weg lege, meistert. Ich hätte mit Sicherheit auf halber Strecke aufgegeben. 🙂