Liebster-Award: 11 Fragen und Antworten rund um das Thema „Bloggen“

Mein geschätzter Kollege Marcus Johanus hat mich für den Liebster-Award nominiert. Vielen Dank dafür! Gern beantworte ich deine 11 Fragen zum Thema Bloggen!

liebster-award

 

1. Warum bloggst du?

Als ich vor über zwei Jahren mit dem Schreiben begonnen hatte, wollte ich meine Erfahrungen mit anderen angehenden Autoren teilen und startete hierzu meinen Blog. Heute ist mein Blog natürlich auch eine Möglichkeit, um mit meinen Lesern in Kontakt zu treten und sie über alle Neuigkeiten rund um meine Schreibprojekte auf dem Laufenden zu halten.

2. Was inspiriert dich?

Alles mögliche von Büchern, über Fernsehserien und Filme, Musik, Kleinigkeiten im Alltag. Die besten Ideen bekomme ich jedoch beim Autofahren. 😉

3. Was hältst du von sozialen Medien wie Facebook und Twitter, um deinen Blog bekannter zu machen?

Beides halte ich für unverzichtbar. Ich bin sowohl auf Facebook als auch auf Twitter aktiv. Beide Profile sind auch miteinander verknüpft, sodass ich immer nur auf einem posten muss.

4. Was tust du überhaupt, um deinen Blog zu bewerben? 

Ich poste neue Blogartikel auf Facebook und Twitter. Links zu älteren Artikeln werden in regelmäßigen Abständen vorwiegend auf Twitter gepostet. Natürlich habe ich meinen Bloglink auch als eMail-Signatur und auf meiner Visitenkarte.

5. Was betrachtest du beim Bloggen als Erfolg?

Wenn ich Rückmeldung zu meinen Beiträgen bekomme in Form von Kommentaren, Mails oder auch auf Twitter oder Facebook. Ich finde es sehr wichtig mit Lesern und anderen Bloggern und Autorenkollegen im ständigen Kontakt zu sein.

6. Was hörst du beim Schreiben?

Obwohl ich Musik über alles liebe und meinen Lebensunterhalt damit verdiene, höre ich beim Schreiben meistens keine Musik. Ich liebe das klappernde Geräusch der Tastatur und mehr brauche ich gewöhnlich nicht. 🙂

7. Zu welcher Zeit schreibst du am liebsten?

Ganz eindeutig am frühen Morgen. Da sind meine Gedanken noch frisch und klar. Leider ist es nicht immer machbar, sodass ich während des Tages jede sich bietende Gelegenheit ergreife, um zu schreiben.

8. Welches sind deine Ressourcen beim Schreiben, die du jedem weiterempfehlen würdest?

Je nach Schreibort schreibe ich am Rechner, Notebook oder Tablet. Zum Plotten benutze ich Scrivener und zum Schreiben liebe ich inzwischen Papyrus Autor. Für alles, was unterwegs an Notizen und Ideen anfällt, benutze ich evernote. Das habe ich auf allen Geräten und somit stets meine kompletten Notizen zur Hand.

9. Welches Buch hat dein Schreiben verändert?

Einen richtigen Motivationsschub hat mir Stephen Kings „Das Leben und das Schreiben“ gegeben und einen nachhaltigen Eindruck haben die Schreibratgeber von Stephan Waldscheidt hinterlassen.

10. Und welches Buch würdest du nie wieder anfassen, selbst wenn ein Hunderter darin liegen würde?

„Kabale und Liebe“ – das musste ich während meiner Schulzeit aufgrund von Schulwechseln drei mal durchkauen. 😉

11. Von welchen Dingen würdest du anderen Bloggern abraten?

Über etwas zu schreiben, was einen nicht wirklich liegt oder interessiert, nur weil man glaubt, dass es bei Lesern gerade gut ankommt.

 

So, das war’s! Da dies nun schon mein zweiter Liebster-Award war und der zweite Konstanze-Hartenbach-Thriller auch geschrieben werden will, werde ich es Richard Norden gleich tun und ebenfalls niemanden mehr nominieren. 😉

Trotzdem hat es mir wieder sehr viel Spaß gemacht, die Fragen zu beantworten.

Rezension zu „Asphalt – Ein Fall für Julia Wagner“ von Axel Hollmann

Ich möchte euch heute einen Roman ans Herz legen, den ich gerade gelesen habe. Es handelt sich um den Debütroman von Axel Hollmann, den viele von euch bereits als einen der SchreibDilettanten kennen.

 

Axel Hollmanns Debütroman ist ein actionreicher Thriller in Crime-Noir-Tradition mit einer Frau als Hauptfigur. Julia Wagner, die ihren früheren Job als LKA-Beamtin an den Nagel gehängt hat, schlägt sich als Fotoreporterin mehr schlecht als recht durchs Leben. Sie ist ständig pleite, ihre Wohnung ein Saustall, ihre Männergeschichten enden meist schon nach zwei Wochen. Axel zeigt uns hier eine Protagonistin mit jeder Menge Ecken und Kanten. Trotzdem kommt sie sympathisch rüber und wächst im Lauf des Romans dem Leser ans Herz. Passend zum Image der toughen Ex-Kripobeamtin, bewegt sich Julia rasant auf ihrer Yamaha durch die Straßen von Berlin. Gerade hat sie noch vermeintlich lukrative Fotos des Bürgermeisterkandidats Behnke geschossen, wie dieser ein Edelbordell verlässt, als auch schon ihr Ex-Kollege und Ex-Lover Frank angeschossen vor ihrer Wohnungstür auftaucht. Obwohl sie Frank nicht vertraut, entschließt sie sich trotz allem, ihm zu helfen und gerät dadurch in einen Strudel von Problemen und Schwierigkeiten. Sie landet zwischen den Fronten einer skrupellosen Motorradgang und Frank, der den Rockern eine Menge Geld abgenommen hat, und wird schließlich sogar von der Polizei gejagt.

Axel schreibt in überwiegend kurzen und knackigen Sätzen, die den Lesefluss beschleunigen und uns somit rasant durch die Geschichte treiben. Man spürt beim Lesen förmlich, wie das eigene Adrenalin ansteigt, wenn man glaubt, den Fahrtwind im Gesicht zu haben oder selbst dem Kugelhagel ausweichen zu müssen. Mittendrin statt nur dabei! So reißt auch die Spannung zu keiner Zeit im Buch ab.
Die lockere und flapsige Schreibweise unterstreicht den Charakter von Julia Wagner.
Wer ausschweifende und blumige Beschreibungen im Roman sucht, ist in diesem Genre falsch. Axel schafft es, auch ohne solche ausführlichen Beschreibungen, ein klares Bild vom Setting seines Romans zu vermitteln.
Seine Charaktere sind meiner Meinung nach alle sehr glaubhaft ausgearbeitet und in sich stimmig. Man merkt, wie viel Arbeit Axel hier sicherlich investiert hat.

Einen winzigen Kritikpunkt möchte ich zum Schluss noch anmerken. Es gibt zwei, drei Redewendungen, die Axel für meinen Geschmack etwas zu häufig benutzt und daher erscheinen sie spätestens nach dem dritten Auftauchen als abgenutzt. (hierhin und dorthin, einen Herzschlag später… ) Dies hat jedoch meinen Lesegenuss nicht schmälern können und ich bin mir sicher, dass Axel seine Schwachstellen diesbezüglich kennt.

Mein Fazit: Ein Thriller im rasanten Tempo, spannend von der ersten bis zur letzten Seite, gefüllt mit einigen überraschenden Wendungen. Klare Kauf- und Leseempfehlung von mir. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Romane von Axel Hollmann.

 

Interview mit Tanja Neise

Meine liebe Freundin Tanja Neise hat ihren ersten Roman fertig geschrieben. Grund genug für mich, sie zu einem kleinen Interview einzuladen.

 

Liebe Tanja, ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit für dieses kleine Interview nimmst. Erzähl uns doch zuerst ganz kurz etwas zu deiner Person.

 

Oh nein. Da fiel mir noch nie viel dazu ein. Wer bin ich? Mein Name ist Tanja Neise und ich wurde 1973 geboren. Ich bin glücklich verheiratet und Mutter mehrerer Kinder, die den größten Teil meines Alltags bestimmen und teilweise auch terrorisieren. 😉 Unsere Chaos-Großfamilie wohnt in Brandenburg, in einem kleinen Dorf unweit von Berlin.

 

Wie bist du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst du?

 

Ich glaube, da muss ich ein wenig ausholen. Als ich noch zur Schule ging, schrieb ich unheimlich gerne. Gedichte, Kurzgeschichten und ich versuchte mich an einem Roman, den ich allerdings nie zu Ende brachte. Wenn wir im Deutschunterricht einen Aufsatz schreiben sollten, war meiner immer mindestens doppelt so lang, wie der meiner Mitschüler. Ich liebte es. Doch irgendwann, wie das so mit Jugendlichen ist, hatte ich andere Hobbys. Ich vergaß, wie gut mir das Schreiben tat. Die Zeit verrann, ich wurde älter, aber nicht immer weiser, und dann wurde ich krank. So krank, dass ich nicht mehr arbeiten gehen konnte. Mein Jüngster kam in den Kindergarten und ich hatte die Vormittage für mich. Was sollte ich nur mit der vielen Freizeit anfangen. Putzen gehört definitiv nicht zu meinen Hobbies, es musste dementsprechend etwas anderes her. Nun kommt mein Mann ins Spiel. Er wusste, dass ich gerne schriftstellerisch tätig sein würde, also ermutigte er mich. Ich begann mit meinem ersten Roman. 🙂

 

Dein erster Roman ist ja nun so gut wie fertig. 🙂 Welches Genre hast du dir für dein erstes Buch ausgesucht und worum geht es?

 

Ich habe mich für einen Urban-Fantasy-Roman entschieden. Also einen Roman mit Fantasy-Elementen, der in der realen Welt spielt. Er handelt von einer jungen Frau, die ein Anwesen erbt, doch nicht nur das. Sie erfährt, dass sie eine Gabe besitzt, und entschließt sich diese anzunehmen. Die Gabe ermöglicht es ihr nicht nur zu heilen, sondern auch in eine andere Zeit zu reisen. Ihr begegnen Liebe, Hass und Neid. Mehr zu verraten, wäre jetzt spoilern, aber lasst euch gesagt sein, dass es nicht langweilig wird. 🙂

 

Das hört sich sehr spannend an. Woher kamen die Ideen zu deiner Story?

 

Das ist eine gute Frage. Muss jetzt erst einmal überlegen. Mmmmh. Ich liebe Geschichten über Zeitreisen, ich liebe Bäume (die eine große Rolle in meinem Roman spielen), ansonsten habe ich mich hingesetzt einen Stift genommen und ein Ringbuch und los ging es. Ohne großen Plan, nur die Idee der Zeitreise war da. Mittlerweile setze ich mich an mein Netbook und schreibe, aber ich weiß nie, wohin mich die Reise des Schreibens bringen wird. Eine entdeckende Autorin, das passt ganz gut zu mir. Ich entdecke die Geschichten, die sich in mir verbergen, ohne dass ich wusste, dass es sie gibt. 🙂

 

Ich stelle es mir unglaublich faszinierend vor, eine Geschichte erst während des Schreibprozesses zu entdecken. Ich habe es selber auch ausprobiert, musste allerdings feststellen, dass es überhaupt nichts für mich ist. Kannst du dir vorstellen, im Gegensatz dazu, mal eine Geschichte komplett durchzuplanen, bevor du mit dem Schreiben beginnst?

 

Nein Karina, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe es einmal probiert und es funktionierte überhaupt nicht. Mir macht es auch einfach viel mehr Spaß die Geschichte während des Schreibens zu entdecken. Es ist, als würde ich einen Film sehen. Klar habe ich eine ungefähre Vorstellung von dem Verlauf der Story, doch die Protagonisten machen meistens, was sie wollen.

 

Nachdem du uns bereits verraten hast, dass du gewöhnlich an deinem Netbook schreibst: Hast du einen Lieblingsort, an dem deine Geschichten entstehen, oder kannst du überall schreiben?

 

Ich habe ein wunderschönes Arbeitszimmer, in welchem ich am liebsten nachts schreibe, wenn meine Kinder schlafen und es ganz still ist im Haus. Ohne Musik. Und dann gibt es noch das extreme Gegenteil dazu: Ich bin sehr kreativ in Cafés, mit ganz vielen Hintergrundgeräuschen. Da mich diese aber im Normalfall nicht betreffen, kann ich super gut abschalten und dementsprechend auch schreiben.

 

Weißt du schon, wie es mit deinem Roman jetzt weitergehen wird? Wirst du das Manuskript an Verlage schicken oder wagst du den Weg als Self-Publisher?

 

Ich habe gehört, dass der Weg über einen Verlag sehr schwierig ist. Man sollte erst einmal einen Literaturagenten einschalten, der sich dann darum bemüht das Buch an einen Verlag zu bringen. Ob es jemals veröffentlicht wird, steht in den Sternen. Deshalb tendiere ich zur Zeit zum Self-Publishing. Hier gibt es ja mittlerweile viele Möglichkeiten ein Buch zu publizieren.

 

Self-Publishing bedeutet ja auch, dass man sehr viel Zeit und Energie neben dem Schreiben aufbringen muss. Ich denke da nur an die richtige Formatierung des Textes, das Lektorat, Covergestaltung, Marketing und und und … Woher nimmst du deine Motivation? Du bist Mutter mehrerer Kinder. Da ist es doch nicht immer leicht, sich Zeit freizuschaufeln.

 

Grins, gute Frage. Motivation, was ist das? 🙂 Keinen blassen Schimmer. Ich glaube ich sehe es immer noch als mein Hobby an. Als Entspannung, dadurch mache ich es unheimlich gerne. Für die Covergestaltung und das Lektorat habe ich die Hilfe einer sehr lieben Freundin, von dir ;-). Ohne dich würde das alles gar nicht funktionieren. Ich danke dir von ganzem Herzen.

Marketing ist eine Sache, mit der ich mich noch ein wenig intensiver beschäftigen muss. Hierfür gibt es viele Ratgeber und Links, wovon ich noch jede Menge lesen werde, bevor es ernst wird.

 

Nichts zu danken Tanja, wir helfen und motivieren uns ja gegenseitig. 🙂 Ich bin auf jeden Fall schon wahnsinnig gespannt auf den Tag, an dem dein wundervoller Roman erscheint.

Was sind nun deine nächsten Pläne? Hast du ein neues Projekt, an dem du bereits schreibst?

 

Genau, was wären wir ohne einander? Bin froh, dich in der virtuellen Welt gefunden zu haben. Meine nächsten Pläne … auf jeden Fall schreibe ich an einer Fortsetzung, da die Testleser mich inständig darum gebeten haben. Was mich natürlich unheimlich freut. Drei Kapitel stehen schon. Und auf Wunsch meiner Kinder versuche ich mich an einem Jugend-Fantasy-Roman. Die Seiten, welche ich bereits vorgelesen habe, stießen auf Zustimmung meiner kleinen Zuhörerschaft. Also auch dieses Projekt muss zu Ende gebracht werden.

 

Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr aufs Lektorat.

Du liest sicherlich, wie die meisten Autoren, auch sehr viel. Hast du schreibende Vorbilder für dein schriftstellerisches Schaffen?

 

Vorbilder eigentlich nicht, ich will ja niemanden nachmachen. Aber es gibt ein paar Autoren, die mich unheimlich begeistern.

Cornelia Funke ist eine wahre Wortkünstlerin. Sie kann Welten erschaffen, die vor dem Auge des Lesers solch klare Konturen annehmen, dass man meinen könnte, einen Film zu schauen. Das grenzt geradezu schon an Genialität.

Charlotte Link hat auch ein paar Bücher geschrieben, die ich kaum aus der Hand legen konnte. Aber es gibt auch noch viele deren Namen mir auf die Schnelle nicht einfallen, die es aber eigentlich verdient hätten, genannt zu werden.

Ich lese unheimlich viel. In unserer Bücherei kennen sie mich schon mit Namen und ich bekomme recht zeitnah die neuesten Bücher, da sie wissen, sie bald zurückzubekommen. Fesselt mich ein Buch, kommt es schon vor, dass ich es innerhalb eines Tages zu Ende lese. Kurzum, ich bin süchtig. Ich gebe es zu. Bin aber nicht gewillt es zu ändern. 🙂

 

Das kann ich gut nachvollziehen. 🙂

Eine letzte Frage an dich, liebe Tanja: Was wünscht du dir für deine schriftstellerische Zukunft, was ist dein größter Traum?

 

Für meine schriftstellerische Zukunft? Mmh. Leser, denen mein Roman gefällt. Die so richtig darin aufgehen können, das Buch kaum aus der Hand legen, um zu wissen, wie es weitergeht. Auf den großen Erfolg zu hoffen, wäre fast wie Lotto zu spielen. Aber vielleicht ist es ja möglich sich ein paar treue Leser zu sichern, die hinter meinem Buch stehen. Das wäre schön.

 

Ich bin mir absolut sicher, dass dies möglich ist. Ich wünsche es dir von ganzen Herzen. Liebe Tanja, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.

 

Gern geschehen. Hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, deine Fragen zu beantworten. 🙂

Schreiben, Schreiben, Schreiben

Beim Lesen verschiedener Schreibratgeber und dem Austausch mit anderen Autoren ist mir wiederholt folgender Tipp begegnet: Schreibe so oft du kannst, wenn möglich täglich.

Inzwischen bin ich der Meinung, dies ist fast der wichtigste Tipp überhaupt, den man angehenden Autoren mit auf den Weg geben kann. All die theoretischen Kenntnisse, die ich beim Lesen der Schreibratgeber erlange, können letztendlich nur beim Schreiben angewandt, vertieft und verinnerlicht werden. Sage ich nicht genau dasselbe tagtäglich meinen kleinen und großen Musikschülern? Nur durch tägliches Üben werden sich deine Fähigkeiten beim Klavier spielen verbessern. Wer nur einmal die Woche während dem Unterricht übt, wird keine Erfolge erzielen. Und ebenso verhält es sich mit dem Schreiben. Nur wer täglich schreibt, kann langfristig seine Schreibfähigkeiten verbessern.

Ich habe mir diesen Tipp zu Herzen genommen und inzwischen das tägliche Schreiben fest in meinen Alltag integriert. Es gehört genauso zu meinem täglichen Leben, wie meine morgendliche Tasse Kaffee. Meistens kombiniere ich übrigens beides miteinander. 😉
Da ich zu Beginn meines Romanprojektes nicht viel zu schreiben hatte, sondern eher mit Recherche und Planung beschäftigt war, stellte sich für mich die Frage, was schreibe ich denn? Ich wollte mich auf keinen Fall verzetteln und mehrere Schreibprojekte gleichzeitig beginnen.
Eine Zeit lang habe ich die “Morgenseiten” ausprobiert. Bei den Morgenseiten handelt es sich um ein Konzept, welches auf die Autorin und Kreativtrainerin Julia Cameron zurückgeht. Das Prinzip ist denkbar einfach. Man benötigt dazu einen gut schreibenden Stift und DIN A4 Blätter. Es geht beim Schreiben der Morgenseiten darum, innerhalb kurzer Zeit etwa drei DIN A4 Seiten vollzuschreiben, und zwar völlig unzensiert. Im Prinzip zeichnet man dabei seinen Gedankenstrom auf. Es kommt hierbei auch überhaupt nicht darauf an, etwas “Gehaltvolles” zu Papier zu bringen. Ich sehe es eher als ein Sich-von-der-Seele-Schreiben an.
Für mich stand allerdings schnell fest, dass ich mich nicht unbedingt nur auf die Morgenseiten festlegen wollte. Also begann ich, täglich Tagebuch zu schreiben. Allerdings nicht im klassischen Sinne, wie man gewöhnlich ein Tagebuch versteht. Ich nenne es mein Schreibbuch. An manchen Tagen lasse ich meine Gedanken frei laufen und schreibe auf Zeit, ähnlich dem Prinzip der Morgenseiten. Dabei stelle ich mir einen Kurzzeitwecker auf zehn Minuten und fange an zu schreiben, mal themenbezogen, aber auch oft was mir gerade durch den Kopf geht. Oftmals reflektiere ich auch schreibend die Fortschritte, die mein Roman macht oder Schwierigkeiten, die beim Schreiben aufgetaucht sind. Ich habe festgestellt, daß ich die Lösung für Probleme schneller finde, wenn ich mit mit ihnen schriftlich auseinandersetze. An manchen Tagen schreibe ich auch einfach eine kurze Episode aus der Vergangenheit meiner aktuellen Romancharaktere oder stelle meine Romanfiguren vor ein Problem um zu schauen, wie sie damit umgehen. Hin und wieder gewinne ich so neue Ideen, die in meinen Roman einfließen können. Auf jeden Fall lerne ich meine Figuren noch besser kennen.

Seit ein paar Wochen bin ich mit der Planung meines Romans fertig und nun beim Schreiben der Rohfassung angelangt, so dass ich jeden Morgen zuerst einmal eine Verabredung mit meinem Roman habe. Ist mein täglich gesetztes Ziel geschafft und noch Zeit zum Schreiben übrig, schreibe ich je nach Lust und Laune weiterhin in meinem Schreibbuch.

Angeregt durch die Blogbeiträge der Schreibdilettanten Axel und Marcus und deren Podcast-Special zum Thriller-Schreibwettbewerb bei neobooks stellte ich mir ebenfalls die Frage, ob das Schreiben von Kurzgeschichten mir als angehenden Romanautor helfen kann. Zuerst sträubte ich mich noch dagegen, eine Kurzgeschichte zu schreiben, weil meiner Meinung nach Romane und Kurzgeschichten grundverschieden sind. Außerdem wollte ich keine kostbare Zeit für mein Romanprojekt verlieren.
Schließlich habe ich mich doch ermutigen lassen, eine Thriller-Kurzgeschichte zu schreiben. Eine passende Idee war schnell gefunden.
Für das Schreiben und Überarbeiten dieser Kurzgeschichte habe ich zwar meinen Roman für etwa eine Woche vernachlässigt, aber ich bereue die investierte Zeit in keinster Weise. Im Gegenteil, der kleine Ausflug in die Welt der Kurzgeschichten hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Ein weiterer positiver Effekt ist das Feedback, welches man von anderen Lesern und Autoren auf neobooks bekommt. Man erfährt, wo man steht und an welchen Punkten man noch fleißig arbeiten muss.
Ich halte diesen Austausch mit anderen Autoren für extrem wichtig.

Meine Erkenntnis aus dem Schreiben dieser Kurzgeschichte und dem Befassen mit der gesamten Thematik:

Ja, das Schreiben von Kurzgeschichten bringt mir als Romanautor sehr wohl etwas. Ich kann beim Schreiben von Kurzgeschichten einige Aspekte des Schreibens üben, in denen ich noch Defizite habe, wie zum Beispiel das Verfassen von lebendigen Dialogen oder das Finden von sprachlichen Bildern, die zum Text und zum Thema passen. Allerdings hilft mir eine Kurzgeschichte nicht, um den Aufbau und die Struktur eines Romans zu üben. In einer Kurzgeschichte habe ich nur einen begrenzten Raum und meist auch einen sehr begrenzten Zeitabschnitt zur Verfügung, in dem ich spannende Handlung und überraschende Wendungen einbauen muss. Ein Roman erstreckt sich gewöhnlich über eine weit größere Zeitspanne. Außerdem habe ich bedeutend mehr Seiten zur Verfügung, auf denen ich mich als Autor austoben kann und den Leser in die Handlung meiner Geschichte hineinziehen kann. Wenn ich diese Punkte im Hinterkopf behalte und Kurzgeschichten dazu nutze, um bestimmte Bereiche meines Schreibstils zu verbessern und auch Neues auszuprobieren, sind sie eine tolle Ergänzung für Romanautoren.

Vielleicht kann ich ja noch den einen oder anderen von euch anregen, ebenfalls an dem Wettbewerb teilzunehmen und eine spannende Kurzgeschichte zu schreiben. Der Wettbewerb läuft noch bis zum 28.06.2013.